Was ist Gestalttherapie?

Gestalttherapie ist für mich ein Weg, dir selbst bewusster zu begegnen.

Gestalttherapie ist eine humanistische und erfahrungsorientierte Form der Psychotherapie. Sie betrachtet den Menschen als Ganzes – mit seinem Körper, seinen Gefühlen, Gedanken, Beziehungen und seiner Geschichte.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Frage:

„Was stimmt nicht mit mir?“

Sondern vielmehr:

„Was geschieht gerade in mir?“

Gestalttherapie arbeitet stark mit dem Hier und Jetzt. Denn vieles von dem, was wir in unserem Leben erfahren haben, zeigt sich auch heute noch – in der Art, wie wir Beziehungen führen, wie wir auf Nähe und Konflikte reagieren, wie wir mit unseren Bedürfnissen umgehen und wie wir uns selbst begegnen.

Dabei geht es nicht nur darum, über Erfahrungen zu sprechen. Wir machen sichtbar und erfahrbar, was im gegenwärtigen Moment passiert.

Was fühlst du gerade?
Was nimmst du in deinem Körper wahr?
Was hältst du zurück?
Welcher Impuls ist da?
Was brauchst du?

So können wir beginnen, uns selbst und unsere Reaktionen bewusster wahrzunehmen.

Unsere Muster hatten einmal einen guten Grund

Viele Verhaltensweisen und Mechanismen, unter denen wir heute leiden, sind nicht einfach „schlechte Angewohnheiten“.

Sie sind häufig Strategien, die wir irgendwann entwickelt haben, um mit unseren Erfahrungen, Beziehungen und unserer Umwelt umzugehen.

Vielleicht hast du gelernt, Konflikte zu vermeiden, weil Harmonie Sicherheit bedeutete. Vielleicht ziehst du dich zurück, wenn dir jemand zu nahekommt. Vielleicht fällt es dir schwer, Grenzen zu setzen oder deine Bedürfnisse auszusprechen. Vielleicht versuchst du, alles unter Kontrolle zu halten oder besonders viel zu leisten.

Diese Schutzmechanismen sind nicht gegen uns entstanden.

Sie waren einmal eine kreative Anpassung an das, was damals möglich war.

Doch etwas, das uns früher geschützt hat, kann uns heute begrenzen.

In der Gestalttherapie geht es deshalb nicht darum, diese Anteile möglichst schnell loszuwerden oder gegen sie anzukämpfen. Wir versuchen vielmehr zu verstehen und zu erfahren, wofür sie da sind.

Wovor schützt mich dieses Verhalten?
Was brauche ich eigentlich?
Was passiert, wenn ich etwas anderes zulasse?
Und brauche ich diese Strategie heute noch?

Je bewusster wir unsere Schutzmechanismen wahrnehmen, desto mehr Wahlfreiheit kann entstehen.

Du musst nicht mehr automatisch aus alten Erfahrungen heraus reagieren. Du kannst beginnen, im Heute neu zu wählen.

Das Hier und Jetzt

Ein wichtiger Teil der Gestalttherapie ist die Arbeit mit dem gegenwärtigen Moment. Wir schauen darauf, was jetzt gerade präsent ist.

Vielleicht erzählst du mir von einer Situation mit deinerm Partnerin – und während du darüber sprichst, verändert sich plötzlich deine Stimme.

Du wirst leiser.
Dein Atem wird flacher.
Du ziehst deine Schultern hoch.
Oder du lächelst, während du eigentlich von etwas erzählst, das dich verletzt hat.

Solche Reaktionen können uns Hinweise darauf geben, dass gerade mehr passiert als das, was du mit Worten erzählst.

Und genau das erforschen wir gemeinsam:

Was passiert gerade in dir?
Was spürst du in deinem Körper?
Welches Gefühl ist da?
Was möchtest du eigentlich sagen?
Was hält dich zurück?

So bleiben wir nicht nur bei der Geschichte, sondern kommen ins unmittelbare Erleben.

Und dort können Gefühle, Bedürfnisse und Muster sichtbar werden, die dir vorher vielleicht noch nicht bewusst waren.

Was vorher automatisch passiert ist, kann dadurch wahrnehmbar werden – und genau darin entsteht die Möglichkeit für etwas Neues.

Beziehung ist Teil der Veränderung

Gestalttherapie findet nicht nur über Methoden statt, sondern vor allem auch in Beziehung.

Denn vieles von dem, was uns im Leben immer wieder begegnet, zeigt sich auch im Kontakt mit anderen Menschen.

Ich sehe mich dabei nicht als jemanden, der über dir steht und weiß, was richtig für dich ist. Ich begegne dir auf Augenhöhe und begleite dich dabei, deine eigenen Antworten wahrzunehmen.

Dabei darf auch sichtbar werden, was zwischen uns passiert.

Vielleicht fällt es dir schwer, mir zu widersprechen. Vielleicht möchtest du es mir recht machen, ziehst dich zurück oder merkst, dass Nähe plötzlich unangenehm wird.

Was sich in deinem Leben immer wieder zeigt, kann sich auch in unserer gemeinsamen Arbeit zeigen.

Und genau hier kann etwas Neues entstehen.

Du kannst ausprobieren, eine Grenze auszusprechen. Ein Bedürfnis zu zeigen. Wütend zu sein, ohne dass die Beziehung zerbricht. Dich verletzlich zu zeigen und trotzdem in Kontakt zu bleiben.

So wird unsere Beziehung selbst zu einem Raum, in dem du neue Erfahrungen machen kannst – Erfahrungen, die du nach und nach auch mit in dein Leben und deine Beziehungen nehmen kannst.

Den letzten Teil finde ich wichtig, weil er erklärt, was „neue Erfahrung“ überhaupt bedeutet. Und genau das unterscheidet Gestalttherapie auch von einem rein analytischen Gespräch.

Gestalttherapeutische Einzelbegleitung

Wenn du dir eine therapeutische Begleitung wünschst, kannst du bei mir auch einzelne gestalttherapeutische Sitzungen buchen.

Als ausgebildete Gestalttherapeutin und Heilpraktikerin begleite ich dich mit dem, was dich gerade bewegt und sich im gemeinsamen Prozess zeigt – mit deinen Gefühlen, Beziehungen, Bedürfnissen, inneren Konflikten und wiederkehrenden Mustern.

 

50 Minuten · 110 €
Online oder in Köln

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